GPRS als Alternative zum analogen Festnetz
Viele kommunale Ver- und Entsorger verfügen über eine weit verteilte Infrastruktur, bestehend aus Gebäuden, Zählerstationen, Brunnen, Pumpen und Übergabestationen. Diese umfassen diverse Mess- und Steuergeräte, die zur Kontrolle der Einrichtung erforderlich sind. Um die Daten an zentraler Stelle zusammenzufassen und auszuwerten sowei um Eingriffe vorzunehmen bedient man sich der Fernwirktechnik. Der Kreisverband für Wasserwirtschaft im niedersächsischen Nienburg in Deutschland fand in der Leitsystemanbindung »ODP« vom Bremer Software- Haus Videc eine ideale und sichere Kommunikationslösung die obendrein zur Kostenreduktion beiträgt. (Von Dipl.-Ing. Dieter Barelmann)
Das niedersächsische Nienburg liegt knapp eine Autostunde von den Großstädten Hannover und Bremen entfernt. Mit über 32.000 Einwohnern ist die Weserstadt ein bedeutender Standort für die chemische Industrie sowie die Katalysatorenund Hohlglasproduktion. Der für die Abwasserbeseitigung verantwortliche Bereich des Kreisverbands betreut sieben Kläranlagen, über 800 Pumpwerke sowie fast 600 km Kanalnetz. Die zum Teil weit auseinander liegenden Anlagenteile lassen sich nur durch eine zuverlässige Fernwirktechnik störungsfrei und sicher betreiben. Bisher wurden die Betriebs-, Stör- und Alarmmeldungen dabei zumeist über von der deutschen Telekom angemietete analoge Standleitungen von den einzelnen Pumpwerken an die Kläranlage übertragen und vom dortigen Personal in der Leitzentrale visualisiert. Mit der Abkündigung der analogen Übertragungswege wurden die Verantwortlichen des Kreisverbands vor eine neue Herausforderung gestellt: Ein alternatives Kommunikationskonzept war notwendig. Bei der Auswahl der neuen Lösung legten die Nienburger besonderes Augenmerk auf eine einfache Integration in die Hard- und Software-Strukturen des vorhandenen Kläranlagen-Leitsystems sowie auf einen geringen Wartungsaufwand. Letztendlich vertrauten die Verantwortlichen auf eine GPRS-Kommunikation (General Packet Radio Service) über das »ODP«-Protokoll (»Open Data Port«). Das Unternehmen Videc (ÖV: Industrial Automation) lieferte dabei den »ODP«-Server, der eine offene Kommunikation mit den neuen Kleinsteuerungen auf Basis des Mobilfunk- Standards GPRS erlaubt. Die Datenübertragung erfolgt entweder online oder in Form historischer Daten mit Zeitstempel, die zuvor in der SPS zwischengespeichert wurden. Insgesamt handelt es sich um ein Top-Down-Konzept, das heißt, alle wichtigen Funktionen werden von der Leitzentrale gesteuert. Dies ergibt sich aus einer besseren Kommunikations- und Kostenkontrolle sowie einer Optimierung des Service-Bereichs.
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